Donnerstag, 13. Mai 2021

Mai der 13.

 

Schon in beachtlicher Grösse durchfliesst die Wildhauser Thur das Dorf Unterwasser. Ein etwas kleineres Bachbett leitet den Nasenbach ins Tal. Schliesslich sind es noch hie und da Rinnsale, die die Bergwiesen durchfurchen. Auf dem Weg von Unterwasser Richtung Schwendi über die alte Schanze das Geräusch von fliessendem Wasser, das sich stetig verändert. 

Von der Wildheit des Dorfbaches während der Schneeschmelze zum Stillen Rauschen in der Waldkathedrale, bis dann noch ein Gluckern und Gurgeln den Wanderer begleitet. Eine stetige Veränderung der Naturakustik. Getragen von der Stille eines frühen Abends, wenn die Arbeiten schon schweigen. Jeder Höhenmeter schattenhalb den Rücken empor ein Schritt in eine andere Welt.

Das Lied der erwachenden Schöpfung rund um den Schwendisee eine Belohnung an die Besucher. Die Vorboten hervorbrechender Farben:

das Anreichern der Luft mit natürlichen Aromen; ruhig kräuselndes Wasser als Plattform für den beginnenden Tanz der Insekten; das Wandeln über den sicheren Steg eine Einladung zum Verweilen; aus den tiefen der Waldfluren der Ruf geheimnisvoller Geschichten. 

Die Resource Welt ein frank und freies Geschenk des unsichtbaren Einen. Kraft für die Seele durch scheinbaren Stillstand. Das Harren mit den Bewohnern und Gästen auf den nächsten Aufbruch. Ein Aufbruch in energiegeladenes Leben.

Impressionen Mai 21

 




Freitag, 7. Mai 2021

Mai der siebte!

Tag vom 07.05.21

In einer weiten Senke in den Toggenburger Voralpen liegt ein Juwel der Natur: der malerische Schwendisee. Die Landschaft geprägt durch den Zahn der Zeit; von Sonne, Wind, Regen und der jedes Jahr wieder spriessenden Natur; entworfen in mannigfaltiger Kreativität.

An diesem Tag ein Entwurf wie ein unfertiges Bild. Der dunkel spiegelnde See, das honigfarbene Moor, die leuchtend grünen Matten, die majestätischen Bergstürze, das verspielte Grau der Wolken, Altschnee wie ewiger Firn: Ein Erwachen der Schöpfung zu einer kompakten Einheit, das Werk des einen Meistermalers.

Eine siedlungsnahe Idylle inmitten des obertoggenburger Landwirtschafts- und Kulturbetriebes. Von der Gemeinde als Erholungsraum gehegt und gepflegt. Für die Bedürfnisse der Besucher ein rundum kompaktes Angebot.

Joggen, gehen, dehnen; hören, riechen, sehen; lesen, reden, meditieren. Eine von der Natur und der Gemeinde bereitgestellte Landschaft, um die mannigfaltigen Aspekte der Erholungskultur zu befriedigen. Das Erleben des Menschseins verstärkt durch die einmalige Atmosphäre rund um den Schwendisee.

Aber: Erneut von fern betrachtet der Lenz seine Jahreszeit. Der Mai der siebte ein Tag durchzogen gegen Mittag von Schneetreiben und eisigen Winden. Das Erstarren des Wonnemonats in einem letzten Hauch von Winterkälte.

Gegen Abend klart das Wetter auf. Ein hoffnungsvoller Anfang. Im Hinterkopf die Prognose fürs Wochenende: sonnig und endlich warm! Für uns ein geduldiges Warten, Schauen, Dulden; das Wetter möge endlich den ewigen Lauf der Gezeiten bestätigen!


Mittwoch, 28. April 2021

Schwendi See Wart Tag eins, Montag 12.4.21

Ein frostiger Einstieg

Schneetreiben im April. Tanzende Flocken getragen von eisigem Wind. Der Antritt als Schwendi See Wart in den Fängen des ausgehenden Winters. Auf dem Programm steht das Kennenlernen meiner Aufgaben.

Trotzdem stehe ich als guter Schweizer fünf Minuten vor der Zeit am vereinbarten Treffpunkt. Thurbrücke beim Hotel Säntis. Als Warteplattform dient ein Baumstumpf am Strassenrand. Es fühlt sich wieder an wie im Militärdienst. Stunden um Stunden auf der Wache, die Flinte gehalten am eisigen Lauf. Die fünf Minuten vor der Zeit erscheinen jetzt als lästige Macke.

Gut geschützt in ihren Wagen queren Einheimische und Touristen das Blickfeld. Die einen unter dem Druck der Zeit, die anderen mit der Zeit im Bund. Dann der rote Bauamt Pickup. Am Steuer Köbi Giezendanner, der Leiter. Ich steige ein und los geht’s.

Oben beim Parkplatz treffen wir Ruedi Vetsch, den langjährigen Schwendi See Wart, in voller Montur für den Winter. Er weist uns ein. Die Parkplatzkassen, das Holz, der Hänger, die Geräte; dann der Marsch der drei Unentwegten um den Schwendisee. Das Schneetreiben hat nicht nachgelassen. Die Flocken tanzen wie im Dezember und bescheren eine erneute Pulverdecke. Eine Landschaft, wie von einem anderen Planeten. Eine weite Gebirgssenke in erneutem, festlichem Weiss. Das Kleid des Winters im Jahr 21, das seine langen Bahnen tief in den kalendarischen Frühling wirft.

Auch zwischen den Saisons vermag der Schwendisee durch seine ausserordenliche Lage zu überzeugen.

Es ist die wohlwollende Einladung, zu verweilen. Die Freigabe von Kraft und Ruhe an den Besucher. Ein gutes Stück Heimat zwischen Säntis und Churfirsten.

Noch jedoch sind die Feuer kalt, der See von Eis überdeckt; noch stecken die Keime für neues Leben in der Erde. Die Sondierung der drei einsamen Wanderer ist trotz der herrschenden Verhältnisse doch mehr als nur Formsache. Es ist die Vorfreude auf eine schöne und warme Zeit hier oben. Denn bald wieder bereitgestellt, um den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten, sind die Feuerstellen, die Wege, die Plattformen.



Mai der 13.

  Schon in beachtlicher Grösse durchfliesst die Wildhauser Thur das Dorf Unterwasser. Ein etwas kleineres Bachbett leitet den Nasenbach in...